Pizza, Pasta, Aperitivo und Dolce Vita! Dafür ist Italien weltweit bekannt. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt noch eine andere Seite des Landes: Hinter den Fassaden traditionsreicher Manufakturen, Feinkostgeschäfte und Lederateliers verbirgt sich ein königliches Erbe, das bis heute lebendig ist. Bis 1946 war Italien nämlich ein Königreich unter dem Haus Savoyen. Zahlreiche Unternehmen wurden damals mit dem Brevetto della Real Casa ausgezeichnet und viele von ihnen stehen bis heute für Qualität, Stil und eine Geschichte, die weit über ihre Produkte hinausreicht. Manche fertigen noch immer nach historischen Methoden, andere verbinden ihr jahrhundertealtes Erbe mit zeitgemäßem Design. Das Schöne daran: Viele ihrer Produkte sind heute auch international erhältlich. Zum Beispiel diese hier:

Majani – Schokolade mit königlichem Siegel

Die Geschichte von Majani beginnt im Jahr 1796 in Bologna, als Teresa Majani das „Laboratorio delle Cose Dolci“ eröffnet. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelt sich das Unternehmen zu einer der renommiertesten Schokoladenmanufakturen Italiens. Internationale Auszeichnungen auf den Weltausstellungen in Paris, Wien und Mailand ebnen schließlich den Weg an den Hof des Hauses Savoyen. Mit dem Brevetto della Real Casa wird Majani zum offiziellen Hoflieferanten ernannt und darf fortan das königliche Wappen führen. Berühmt wurde das Unternehmen später unter anderem durch den „Cremino Fiat“, der 1911 anlässlich der Einführung des Fiat Tipo 4 entwickelt wurde.

Produkttipp: Die Scorza 60 % gilt als die erste Tafelschokolade Italiens. Ihre charakteristische, an Baumrinde erinnernde Oberfläche wird seit 1832 nahezu unverändert hergestellt und macht sie bis heute zu einem Klassiker der italienischen Chocolatierskunst.

© Majani

Von süßen Spezialitäten geht es weiter zu einem der wohl berühmtesten kulinarischen Botschafter Italiens: Aceto Balsamico aus Modena.

Acetaia Giusti – Vier Jahrhunderte Balsamico-Tradition

Kaum ein Produkt steht so sehr für Italien wie Aceto Balsamico di Modena. Die Geschichte der Acetaia Giusti reicht bis ins Jahr 1605 zurück und macht sie zur ältesten Balsamico-Manufaktur der Welt. Über Generationen hinweg perfektionierte die Familie ihre Essigkunst und wurde auf zahlreichen internationalen Ausstellungen ausgezeichnet. 1929 verlieh König Vittorio Emanuele III. dem Unternehmen das Brevetto della Real Casa. Bis heute trägt Giusti dieses königliche Erbe mit Stolz und zeigt es auf allen Produkten.

Produkttipp: Der 2 Gold Medals Balsamico zählt zu den beliebtesten Kreationen des Hauses. Seine ausgewogene Balance aus Süße und Säure macht ihn zum idealen Begleiter für Parmigiano Reggiano, Burrata, gegrilltes Gemüse oder frische Erdbeeren.

© Giusti

Doch Italien begeistert nicht nur Feinschmecker. Auch im Bereich der Lederwaren entstanden Marken, die weit über die Landesgrenzen hinaus königliches Ansehen genossen.

Franzi – Lederkunst für Europas Königshäuser

Als Felice Franzi 1864 in Mailand seine Lederwarenmanufaktur gründete, ahnte wohl niemand, dass daraus eine der renommiertesten Luxusmarken Europas entstehen würde. Hochwertige Koffer, Reisegepäck und feine Lederaccessoires machten Franzi schnell zum bevorzugten Ausstatter der europäischen Aristokratie. Besonders bemerkenswert ist die außergewöhnliche Zahl königlicher Auszeichnungen: Neben dem Haus Savoyen belieferte Franzi auch die Königshäuser Österreichs, Griechenlands und Ägyptens. Kaum ein anderes italienisches Unternehmen kann auf eine vergleichbare internationale königliche Kundschaft verweisen. Zur Geschichte des Hauses gehört zudem eine weitere spannende Anekdote: Selbst Guccio Gucci, der spätere Gründer des gleichnamigen Luxusunternehmens, sammelte bei Franzi zu Beginn seiner Karriere wertvolle Erfahrungen.

Produkttipp: Die Virginia Bag steht für die zeitlose Eleganz, für die Franzi seit über 160 Jahren bekannt ist. Klare Linien, hochwertiges Leder und ein Design, das Trends überdauert, machen sie zu einem echten Klassiker.

© Franzi Milano

Von einer traditionsreichen Lederwarenmanufaktur zur nächsten: Während Franzi in Mailand europäische Königshäuser begeisterte, schrieb Ottino in Florenz seine ganz eigene Erfolgsgeschichte.

Ottino Firenze – Seit 1830 in Florenz zu Hause

Mitten im Herzen von Florenz gründete Giuseppe Ottino im Jahr 1830 seine Lederwarenmanufaktur. Als Florenz zwischen 1865 und 1871 Hauptstadt des Königreichs Italien war, entwickelte sich Ottino zu einer der angesehensten Adressen für feine Lederwaren und erhielt das Brevetto della Real Casa dei Savoia. Noch heute entstehen Taschen und Accessoires in traditioneller Handarbeit – geprägt von jener eleganten Zurückhaltung, für die florentinisches Design weltweit geschätzt wird.

Produkttipp: Die Bustina Valentina setzt mit ihrem leuchtenden Rot ein echtes Statement. Gefertigt aus feinem italienischem Leder, erinnert ihre Farbe an laue Sommerabende, einen Aperitivo auf der Piazza und das unbeschwerte Lebensgefühl Italiens.

© Ottino Firenze

Bleiben wir in Florenz. Neben feinen Lederwaren prägte die Stadt auch die italienische Tisch- und Wohnkultur und brachte mit Parenti ein weiteres Traditionshaus mit königlicher Geschichte hervor.

Parenti Firenze – Florentiner Eleganz für den gedeckten Tisch

Seit 1865 steht Parenti Firenze für exklusive Wohn- und Tischkultur. Das Traditionshaus wurde mit dem Brevetto della Real Casa ausgezeichnet und belieferte die italienische Königsfamilie mit erlesenen Glas-, Silber- und Kristallwaren. Wer in Florenz auf der Suche nach außergewöhnlicher Tischkultur ist, kommt an Parenti kaum vorbei. Das historische Geschäft steht seit Generationen für internationale Spitzenmarken unter einem Dach und zählt bis heute zu den elegantesten Adressen der Stadt.

Produkttipp: Die Baccarat Passion Cocktailgläser verleihen jedem Aperitivo eine besondere Note und stehen exemplarisch für jene elegante Tischkultur, die Italien weltweit berühmt gemacht hat.

© Parenti Firenze

Königliches Erbe zum Mitnehmen

Majani, Giusti, Franzi, Ottino und Parenti stehen stellvertretend für eine Vielzahl italienischer Traditionsunternehmen, die einst das Brevetto della Real Casa trugen und deren Geschichte bis heute lebendig ist. Viele ihrer Produkte sind inzwischen weltweit erhältlich. Noch schöner ist es jedoch, die historischen Geschäfte und Manufakturen bei einer Reise durch Italien selbst zu entdecken – sei es in den Gassen von Bologna, den Arkaden von Modena oder den eleganten Straßen von Mailand und Florenz. Denn manchmal steckt hinter dem schönsten Souvenir nicht nur italienische Handwerkskunst, sondern auch ein Stück königlicher Geschichte.